Geschichte der Gemeinde

Ein kurzer Überblick über die Geschichte  der Gemeinde Inden und ihre derzeitige Situation.

Am Zusammenfluss von Wehe und Inde bis hin zu deren Mündung in die Rur, liegt zwischen dem Nordrand der Eifel und dem Beginn der Jülicher Börde die Gemeinde Inden mit ihren sechs Ortschaften:  Frenz, Inden/Altdorf, Lamersdorf, Lucherberg, Pier und Schophoven.

Die Landschaft ist geprägt von Flussauen, Wiesen und Äckern.

Im Westen dagegen bestimmen die gigantischen Bagger des Braunkohlentagebaues und die Industriekulisse des Großkraftwerkes Weisweiler bei Frenz das Bild.

Der für das westliche Rheinland so typische Siedlungsraum hat eine lange historische Tradition:  Die Spuren der Geschichte reichen viele Jahrtausende zurück. Seien es nun die Menschen der Jungsteinzeit, die Kelten, die Römer oder Franken, Sie alle schätzten den fruchtbaren Boden, das milde Klima und die politisch und wirtschaftlich günstige Lage zwischen den Zentren Köln und Aachen. Als Teil des Herzogtums Jülich wurde dieses Land immer wieder zum Spielball der Mächtigen. Erbfolgekriege, Eroberungszüge und der ungezügelte Drang nach Macht quälten die hier lebenden Menschen jahrhundertelang.

Nach zwanzig Jahren napoleonischer Herrschaft kamen die Preußen und mit ihnen der industrielle Aufschwung. Aber auch alle Kriege des Deutschen Reiches wurden hier erlebt und erlitten bis zu der fast vollständigen Zerstörung im II. Weltkrieg. Alle diese Epochen haben ihre Spuren hinterlassen und die Menschen, ihre Sprache, ihr Wesen, ihren Stolz und ihre Tradition geprägt.

Die industrielle Entwicklung des Raumes Inden nahm ihren Anfang in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1821 erhielt Carl Freiherr von Goltstein auf Merödgen die erste Grubenkonzession, um im Raum Aachen-Düren Braunkohle zu fördern. Aus diesen frühen Anfängen entstand 1900 die Brikettfabrik Lucherberg mit ihren Tagebauen. Sie wurde 1960 stillgelegt. Die Abbauflächen wurden rekultiviert und bilden heute rund um Lucherberg ein beliebtes Erholungsgebiet mit dem Lucherberger See und den beiden bewaldeten Kippen.

1837 wurde in der Lamersdorfer Papiermühle des Friedrich Wilhelm von Auw erstmals "Papier ohne Ende" auf einer Maschine hergestellt - eine revolutionäre Entwicklung für die Papierindustrie des Dürener Raumes. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hatten sich eine große Zahl von Handwerks- und Industriebetrieben angesiedelt und damit den Grundstein für den Wirtschaftsraum Inden gelegt.

Mit der Wiederaufnahme des Braunkohlentagebaues im Westen  von Inden wird in den kommenden Jahrzehnten der größte Teil des Gemeindegebietes weiterhin bergbaulich in Anspruch genommen. Ungefähr  4.300 Einwohner der Ortschaften Altdorf, Inden und Pier mussten oder werden dem Tagebau weichen.

Die Umsiedlung von Altdorf und Inden begann bereits im Mai 1991 und ist im September 1999 abgeschlossen worden. Die dadurch  neu entstandene Ortschaft Inden/Altdorf  liegt im Bereich zwischen den Ortschaften Frenz, Lamersdorf und Lucherberg.

Hier ist ein neues, räumlich zusammengewachsenes und geschlossenes Gemeindegebilde mit allen notwendigen Einrichtungen entstanden. Rund um das zentral gelegene Rathaus entwickelte sich ein lebendiges Einkaufs- und Dienstleistungszentrum.

Rat und Verwaltung der Gemeinde Inden haben sich verstärkt mit der seit 2005 anstehenden Umsiedlung der Ortschaft Pier befasst. Zwischenzeitlich wurde auch die Inde in ihr neues Flussbett verlegt. Auch in Inden/Altdorf waren wir nicht untätig. Hier wurde ein Bebauungsplan "Waagmühle" erarbeitet. Er bietet ebenfalls Baumöglichkeiten für die Pierer Bürgerinnen und Bürger, die sich für eine Umsiedlung in Inden/Altdorf entscheiden bzw. entschieden haben. Eine weitere Möglichkeit der Ansiedlung wurde mit dem Entwurf und der Ausführung des Plangebietes "Gut Müllenark"  und "Roter Acker" im Bereich der Ortschaft Schophoven verwirklicht.

Die vom Tagebau  nicht berührten Ortschaften Lamersdorf, Lucherberg und Frenz werden sich mit den neuen Standorten der umzusiedelnden Orte  gegenseitig ergänzen und zu einem zusammenhängenden Gebilde verschmelzen.

Mit sechs Kindergärten, einer dreizügigen Grundschule in Inden/Altdorf und einer Dependance in Lucherberg mit je einer Offenen Ganztagsgruppe und einer 3-zügigen Ganztags-Hauptschule im modernen Schul- und Sportzentrum Merödgen wird ein gutes Erziehungs- und Schulsystem einschließlich der ersten Sekundarstufe angeboten. Weiterführende und berufsbildende Schulen sind in den nahen Städten vielfältig vorhanden. Die Gemeinde Inden kann mit 8 Sportplätzen (Rasen und Asche), 3 Sporthallen, 1 Tennisplatzanlage und vielen Kinderspiel- und Bolzplätzen sowie Festplätzen in fast allen Ortschaften aufwarten.

Durch die gute Anbindung an die Autobahn Köln - Aachen (A4/E5) mit den beiden Auffahrten Düren und Weisweiler und  an die Autobahn Aachen - Mönchengladbach (A 44) mit den Auffahrten  in Aldenhoven und Koslar sind die Kultur- und Wirtschaftsräume Aachen und damit auch die Niederlande und Belgien, sowie Köln, Mönchengladbach und Düsseldorf in kürzester Zeit erreichbar.

Ein Anschluss an die Bundesbahn-Hauptstrecke Aachen-Köln besteht in Langerwehe, fünf Kilometer vom Zentrum Inden/Altdorf entfernt.

Mehrere Busanbindungen, Land- und Kreisstraßen sichern die Verbindung zu den nahegelegenen Städten Düren, Eschweiler und Jülich wie auch in das Naherholungsgebiet der Eifel. Dadurch sind die Ortschaften der Gemeinde Inden zu beliebten Wohnorten geworden, die trotz der städtischen Nähe ihren ländlichen Charakter bewahrt haben.

 
 
Geschichte